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Zürich - Schweiz

Südstarts geradeaus
Keine Südstarts geradeaus!

VFSN tut sich weiter schwer mit Pistenverlängerungen

An der 20. ordentlichen Generalversammlung musste VFSN-Präsident Edi Rosenstein kleinlaut zugeben, er könne noch immer keine abschliessende Stellungnahme des VFSN zu den Pistenverlängerungen abgeben. Schuld sei die hohe Komplexität und es tue ihm leid, dass er im Moment nicht mehr dazu sagen könne.

Mit hoher Komplexität meinte VFSN-Präsident Edi Rosenstein offensichtlich die anscheinend noch bestehende Uneinigkeit bei Mitgliedern und Vorstand. Genau dort müsste er eine Führungsrolle übernehmen, aber bisher war das leider nicht der Fall. Die Fakten für die Pistenverlängerungen liegen seit der Zeit von Thomas Morf als Präsident, längst auf dem Tisch.

Anstatt die Bevölkerung über die Pistenverlängerungen mehr und besser zu informieren, klammert er sich stattdessen im Schlepptau von Priska Seiler-Graf einfach an die Koalition Luftverkehr Umwelt und Gesundheit (KLUG), wo es primär gar nicht um Fluglärm, sondern hauptsächlich um Umwelt- und Klima-Anliegen geht. Ein Strohhalm, der dem Süden nichts bringt.

Vor einigen Monaten hiess es, die VFSN-Stellungnahme zu den Pistenverlängerungen sei noch in der Vernehmlassung. Wo ist denn diese so lange steckengeblieben? Dies fragen sich mittlererweile schon einige VFSN-Mitglieder. Liegt es etwa an der neu vertieften Zusammenarbeit mit KLUG oder sind dem Löwen plötzlich die Zähne ausgegangen?

Das Fluglärmforum Süd als politische Vertretung der Südgemeinden, hat jedenfalls schon vor über einem Jahr öffentlich und unmissverständlich seine Zustimmung zu den Pistenverlängerungen gegeben.

Wo bleibt der VFSN?

Statt eine klare Stellungnahme zu den Pistenverlängerungen abzugeben, wird vom VFSN auf gemeinsame Interessen mit 28 weiteren KLUG-Mitgliedern verwiesen. Diese sind zwar beim Klima und bei der Umwelt vorhanden, nicht aber bei der für den Süden letztendlich entscheidenden Frage, wo und wann in Zukunft gelandet und gestartet werden soll. Genau hier kommen die Pistenverlängerungen ins Spiel, aber der VFSN blockt im Moment immer noch ab.

Im gestrigen Gastreferat stellte Priska Seiler-Graf, Nationalrätin und Ko-Präsidentin von KLUG den anwesenden VFSN-Mitgliedern die Koalition Luftverkehr Umwelt und Gesundheit (KLUG) vor, was diese auf Bundesebene bezwecke und auch, was schon alle ihre Vorstösse in der Vergangenheit waren. Dies gelang ihr mit einer kurzen Zusammenfassung sehr gut und den Zuhörern angepasst, was von einer langjährigen SP-Spitzenpolitikerin, Nationalrätin und ex-Stadträtin von Kloten (2020) selbstverständlich auch zu erwarten war.

Dabei machte VFSN-Präsident Edi Rosenstein bei der Einleitung des Referats mit der Ausklammerung der Pistenverlängerungen schon von Beginn weg klar, dass ihm viel daran gelegen war, das unliebsame Thema mit viel Konfliktpotenzial und auch aus Rücksichtsnahme auf den Gast Priska Seiler-Graf, möglichst zu vermeiden. KLUG sei parteilos und man versuche für alle Beteiligten mindestens dort, wo gemeinsame Interessen und keine Differenzen bestünden, akzeptable Lösungen zu finden. Damit ist die Luftfahrt mit ihren Emissionen gemeint.

Synergien und bestehende Netzwerke für gemeinsame Anliegen besser nutzen und insbesondere auch die verschiedenen Kräfte mit gemeinsamen Interessen für einen grösseren Einfluss in Bern (Bundesrat und Parlament) bündeln, seien die Hauptanliegen von KLUG war zu vernehmen.

Pistenverlängerungen hingegen, wo es für den VFSN und auch KLUG wirklich hätte heikel werden können und die für den Süden letztendlich entscheidend sind, kamen auch in der anschliessenden Diskussion gar nie zur Sprache. Schade!

Das Referat war ein eigentliches Schaulaufen von Priska Seiler-Graf und vor allem für jene Zuhörer bestimmt, die sich bisher nie auf die Website von KLUG verirrten. Der VFSN hat eine grosse Chance verpasst, Priska Seiler-Graf näher auf den Zahn zu fühlen und zu prüfen, ob sie wirklich ernsthaft an der Abschaffung von Südanflügen und Südstarts interessiert ist. Natürlich überhaupt nicht, weil man will den Süden nur ins gemeinsame Boot holen, um Pistenverlängerungen zu verhindern.

Es ist eine Tatsache, dass Fluglärm in Bern leider kein grosses Thema ist.

Mit dem aktuellen Thema Klima versucht KLUG, mehr Interesse als bisher beim Fluglärm zu wecken. Ob dies gelingt, ist jedoch mehr als fraglich, obwohl beide Themen indirekt über den Flugverkehr miteinander verknüpft sind. Fluglärm spielt im Vergleich zum Klima, bei Politikern jedoch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Dass sich hier schnell etwas ändern wird, ist nicht anzunehmen.

Auch von der guten Vernetzung von Priska Seiler-Graf zu den Parlamentariern in Bern und dem Kontakt zu ihrer SP-Parteikollegin BR Simonetta Sommaruga, sollte man sich auf keinen Fall zuviel erhoffen.

Pistenverlängerungen

Pistenverlängerungen bringen dem Süden eine spürbare Entlastung von Fluglärm.

Die vom VFSN und vor allem vom Osten (will Status Quo beibehalten) befürchtete Kapazitätserhöhung, ist weit übertrieben und entbehrt jeglicher Grundlage.

Entscheidend für die Kapazität sind die Schnellabrollwege und diese wurden vom Bundesgericht bereits bewilligt. Effizientere Schnellabrollwege lassen eine kürzere Staffelung der Anflüge zu. Die Piste wird schneller verlassen und früher wieder frei. Die Kapazität steigt folglich.

Die Anpassung der Flugrouten und die neu wegen den Pistenverlängerungen weniger häufig vorkommende Umstellung des Flugregimes von Osten nach Süden und wieder zurück, haben in erster Linie eine Kompensation des bisherigen Kapazitätsverlusts zur Folge. Zusätzlich wird die Kapazität, wie vom Flughafen bereits kommuniziert, wahrscheinlich leicht erhöht. Dem sind aber mit dem Pistensystem klar Grenzen gesetzt.

Entscheidend schliesslich ist immer, wo und wie häufig geflogen wird!

Dabei spielt die Pistenverfügbarkeit eine wichtige Rolle. Die Pistenverlängerungen schaffen endlich gleich lange Spiesse für die Ost- und Südpiste und damit auch für deren Verfügbarkeit.

Der Süden ist nicht wie der Osten, an einem Status Quo interessiert und nicht bereit, zusätzlich zu den bereits bestehenden Morgenanflügen, auch noch abendliche Ostanflüge, wie bisher, auf die Dauer zu übernehmen.

Mit den Pistenverlängerungen sind auch Morgenanflüge über den Osten möglich.

Siehe auch

Südanflüge am Abend und Pistenverlängerungen