Die Flugticketabgabe ist zumindest vertagt

TA 15.06.2021

Zwar wäre auch bei einem Ja zum CO₂-Gesetz am Sonntag nicht klar gewesen, wie die Flugticketabgabe genau ausgestaltet worden wäre. Die Vernehmlassung zur dazugehörenden Verordnung war noch nicht abgeschlossen und damit die Umsetzung noch nicht bestimmt.

Doch es ist anzunehmen, dass die angeschlagene Swiss bei einer Einführung jedwelcher Form finanziell gelitten hätte. Gegenüber der NZZ gab die Airline sogar an, dass sich die Abgaben alleine 2019 auf 200 bis 250 Millionen Franken belaufen hätten, wenn sie damals in Kraft gewesen wäre. Das ist knapp die Hälfte des damaligen Jahresgewinns.

In der Luftfahrt ist allen klar: Der nächste Anlauf für eine stärkere Belastung der Tickets kommt bestimmt.

Für die Swiss war die Abstimmungskampagne zum CO₂-Gesetz ein Hochseilakt: Im Rahmen des vom Bund garantierten Rettungskredits hatte die Swiss vergangenen Sommer zugesagt, den Bundesrat bei seiner Klimapolitik nicht zu behindern, also das CO₂-Gesetz nicht zu bekämpfen.

Das tat sie dann auch nicht, wie Sprecherin Karin Müller es vor der Abstimmung gegenüber dieser Zeitung formulierte: «Wir sind nicht gegen das CO₂-Gesetz, sondern sind nicht zufrieden, wie der Entwurf der Verordnung ausgestaltet ist.»

Die Swiss wolle ihre CO₂-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 2019 senken und 2050 das Netto-null-Ziel erreichen. Damit sie ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten könne, müsse sie aber wirtschaftlich operieren können und damit wettbewerbs- und investitionsfähig bleiben. Das ist zumindest vorerst nicht mehr infrage gestellt. Aber auch in der Luftfahrt ist allen klar: Der nächste Anlauf für eine stärkere Belastung der Tickets kommt bestimmt.