Darum muss der VFSN den Pistenverlängerungen zustimmen

Es ist höchste Zeit, dass sich der VFSN öffentlich und positiv zugunsten der Pistenverlängerungen ausspricht. Seine Mitglieder erwarten dies um zu wissen, wie sie überhaupt abstimmen sollen. Die bisherigen abstimmungstaktischen Ausweichmanöver bringen dem Süden nichts. Eine von KLUG neu ins Spiel gebrachte Plafonierung ersetzt Pistenverlängerungen nicht und entpuppt sich für den Süden bei genauerem Hinsehen, als Trojanisches Pferd.

Als der Regierungsrat die Verlängerungen der Pisten 28 und 32 im Juni dieses Jahres bekanntgab, äusserte sich VFSN-Präsident Edi Rosenstein zur grossen Überraschung vieler Schneiser, nur sehr vage dazu. Er liess in einem Interview erst 7 Tage später verlauten, es sei noch zu früh, die Frage definitiv zu beantworten und es fehlten noch weiter Details. Die abstimmungstaktische Ausrede soll hier kurz geklärt werden.

Hier das Interview mit Edi Rosenstein, auf das Bezug genommen wird.

«Ich bleibe da erst einmal skeptisch»

Züriost 11.06.2021 – Flugschneiser sind nicht zufrieden

Dennoch: Mit einer Pistenverlängerung müssten grössere Flugzeuge bei Nässe nach 21 Uhr nicht mehr über den Süden anfliegen.
Ja, das könnte eine Entlastung bringen. Doch wenn die Landung für grosse Flugzeuge erleichtert und Zürich mit mehr grossen Flugzeugen angeflogen wird, führt das wiederum zu mehr Zubringerdienstleistungen mit kleineren Flugzeugen, womit dieser vermeintlich positive Effekt wieder aufgehoben ist.“

Was heisst da, das könnte …!

Eine Pistenverlängerung bringt tatsächlich eine Entlastung, wie es auch schon das Fluglärmforum Süd (Politische Vertretung der Gemeinden im Süden) festgestellt hat. Das Argument mit den Zubringerflügen ist purer Unsinn, wenn man die Relationen ansieht. Der vermeintlich positive Effekt wird nicht wieder aufgehoben.

Im ganzen Interview ging es dem VFSN-Präsidenten vor allem darum, möglichst unverbindlich zu bleiben. Dies ist ihm gelungen, aber nicht zur Zufriedenheit aller Mitglieder.

Der VFSN will die Katze zugunsten von Pistenverlängerungen offensichtlich aus abstimmungstaktischen Gründen, nicht zu früh aus dem Sack lassen. Anders lässt sich dies jedenfalls ohne die von KLUG neu ins Spiel gebrachte Plafonierung, wo auch der VFSN Mitglied ist, nicht erklären. Später mehr zur Plafonierung.

Bei KLUG handelt es sich um eine Organisation von ehemaligen Fluglärmverteilern aus dem Osten, Norden und Westen, die unter dem Deckmantel von Klima und Gesundheit wie eh und je versucht, Pistenverlängerungen unter allen Umständen zu verhindern und so wegen den zu kurzen Pisten, dem Süden ein für alle Mal Südstarts und Südanflüge aufzupfropfen. KLUG entpuppt sich für den Süden bei genauerem Hinsehen, als Trojanisches Pferd.

In der Frage der Pistenverlängerungen gibt es keinen gemeinsamen Nenner, wie etwa beim Klima, dessen sich unsere Gegner bei KLUG (Osten, Norden, Westen) zur Verhinderung von Pistenverlängerungen so gerne bedienen. Das Argument, zusammen mit Osten, Norden und Westen Mehrheiten zu bilden, um so gemeinsame Ziele zu erreichen, greift bei dieser Frage nicht. Die Interessen sind zu verschieden.

KLUG wird mit einem Plafonierungsvorschlag versuchen, den Süden von seiner Zustimmung zu den Pistenverlängerungen abzuhalten. Tritt er darauf ein, dann gehört er erneut zu den Verlierern. Es läuft, wenn schon, umgekehrt: Zuerst Pistenverlängerungen, dann Plafonierung!

Eine Plafonierung kann die Pistenverlängerungen bei weitem nicht kompensieren. Sie bringt deshalb dem Süden punkto Fluglärm wenig, bis gar nichts. Auch sollte man die Fluglärmfrage von der Klimafrage trennen.

Eine Plafonierung hat wenig Aussicht auf Erfolg beim Bund, denn fixe Limiten gibt es nicht einmal bei den im BR2017 neu beantragten Südstarts geradeaus. Bund und Flughafen kommen da mit dem einleuchtenden Argument, man wisse ja schliesslich nicht, wann genau Bise herrsche. Das ist zwar richtig, eröffnet aber auch gleichzeitig die Möglichkeit, die angegebenen, ungefähren Zahlen bis an ihre Limiten auszureizen oder wie das jahrelang bei der Nachtruhe der Fall war, sie regelmässig zu überschreiten. Was Zahlen bedeuten, sieht man auch beim Zürcher Fluglärmindex, dessen Grenzwerte schon seit Jahren bis heute regelmässig überschritten werden. Es wäre deshalb äusserst fatal, wenn sich der VFSN von KLUG mit einer Plafonierung, selbstverständlich immer alles nur zugunsten des Klimas, derart leicht über den Tisch ziehen liesse.

Es sei noch zu früh, die Frage pro oder contra Pistenverlängerungen zu beantworten, ist eine pure Ausrede. Die Fakten liegen längst auf dem Tisch. Die Kapazität der An- und Abflüge hängt von der zeitlichen Staffelung und damit hauptsächlich von den Flugrouten ab. Pistenverlängerungen haben da wenn überhaupt, nur einen sehr geringen Einfluss.

Dass der Süden Pistenverlängerungen fordern muss, ist mit den heute zu den Morgenanflügen zusätzlich noch hinzukommenden Ostanflügen bei schlechtem Wetter oder bei schweren Flugzeugen, wegen der zu kurzen Ostpiste, mehr als offensichtlich.

Die momentane Taktiererei des VFSN und das „Päckli machen“ mit den Gegnern im Osten, Norden und Westen (KLUG) in Sachen Klima bringt den Süden punkto Fluglärm nicht weiter. Der VFSN muss wieder mehr Profil zeigen!

Das ist seine Hauptaufgabe. Den Rest machen die Juristen unter sich aus.

Pistenverlängerungen JA!