Bundesrat zur Reduktion der Flugbewegungen

27.12.2021

Der Bundesrat überlässt es vollständig den Passagieren und Fluggesellschaften, ob eine Reduktion der Flugbewegungen erfolgt oder nicht und beruft sich dabei auf eine mögliche Reaktion der klimapolitisch bedingten Mehrkosten. Noch scheinheiliger, geht es wirklich nicht.

Dass die klimapolitisch bedingten Mehrkosten eine Reduktion der Flugbewegungen bewirken, glaubt wohl niemand ernsthaft. Die Kosten werden zwar auf die Passagiere abgewälzt, aber das hindert sie schlussendlich nicht am Fliegen.

Die Antwort des Bundesrats zur Interpellation 20.3277 „Neustart Luftfahrt. Klimaziele des Bundesrates“ von Schlatter Marionna am 02.09.2020 und zu Punkt 6 „Gehört zu diesen Massnahmen auch die Reduktion der Flugbewegungen?“ lautet wie folgt:

Antwort des Bundesrates

„In Bezug auf die Flugbewegungen ist der Luftverkehr in erster Linie darauf ausgerichtet, die Anbindung der Schweiz zu gewährleisten. Gleichzeitig ist aber eine Reduktion der Flugbewegungen als mögliche Reaktion der Passagiere und der Fluggesellschaften auf die klimapolitisch bedingten Mehrkosten nicht ausgeschlossen.

Die Antwort des Bundesrates ist sehr vage und es wäre viel ehrlicher gewesen, dass man die Fluggesellschaften, resp. den Flughafen Zürich bei den Flugbewegungen frei gewähren lässt. Dasselbe gilt auch bei den im Betriebsreglement 2017 neu geforderten Flugrouten (Südstarts geradeaus) über den Süden von Zürich, dessen Genehmigung das BAZL bald bekannt geben wird.

Bei den Flugbewegungen geht es ausserdem nicht nur um das Klima, sondern auch um die Fluglärmbetroffenen und deren Gesundheit. Kein Wort darüber!

Siehe auch

Nächtlicher Fluglärm kann tödlich sein – Empa 17.12.2020