Blockade im Fluglärmstreit und Verzögerung bei der Albtal-Sicherung

Südkurier 13.09.2021

Wie sehr den Bewohnern der Hochrhein-Region Verkehrsprobleme unter den Nägeln brennen, zeigte sich beim Lindenplatz-Hock in Oberlauchringen, zu dem der CDU-Bundestagsabgeordnete und -kandidat Felix Schreiner eingeladen hatte.

Zahlreiche Festbesucher nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen an Steffen Bilger, dem
Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, zu stellen.

Thema Fluglärm

„Das Thema beschäftigt mich, seit ich im Bundestag bin“, sagte Steffen Bilger auf die Frage nach dem aktuellen Stand der Auseinandersetzung um die Landeanflüge auf den Flughafen Zürich über deutsches Gebiet. „Wir wollen den Fluglärmstreit endlich lösen, doch leider gibt es eine Blockade auf Schweizer Seite“, erklärte der CDU-Politiker.

Er sprach von einer „verhärteten Situation zwischen den Regierungen“, trotz der Bemühungen des als Mediator eingesetzten Ex-Bundeswehrgenerals Wolfgang Schneiderhan, zwischen Berlin und Bern zu vermitteln. Schreiner ergänzte, dass der deutliche Rückgang der Flugbewegungen während der Corona-Krise die Position Deutschlands nicht gestärkt habe.

Thema Hochrheinbahn

Jürgen Brockmann, früherer Gemeinderat in Lauchringen, schlug vor, die Hochrheinbahn mit Wasserstoff zu betreiben: „Dafür bräuchte man keine Masten.“ Steffen Bilger verwies auf die Nationale Wasserstoffstrategie, die das Bundeskabinett am 10. Juni 2020 beschlossen hat. „Wir fördern beispielsweise die Entwicklung von Flugzeugen mit Wasserstoffzellen“, erklärte er. Wasserstoffzüge seien in Deutschland bereits auf einigen Strecken in Betrieb.

Thema Albtal

„Wann wird das Albtal wieder geöffnet?“, wollte ein Besucher wissen. Seit 2015 ist die Strecke zwischen Hohenfels und Tiefenstein wegen eines Felssturzes gesperrt. Stand jetzt wird auf der Straße frühestens wieder 2028 ein Auto rollen. Grund für die Verzögerung ist ein naturschutzfachliches Gutachten, teilte das Landratsamt mit. Für Schreiner dauert das zu lange: „Die Verhältnismäßigkeit ist aus dem Ruder gelaufen.“ Er bezeichnete das Albtal wie das Steinatal, Wehratal und Schlüchttal als „die Lebensadern der Region“.